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Aktuell

Förderung zum Umbau der Festhalle

Finnentrop. Dirk Atteln, stellvertretender Vorsitzender des Bürgerschützenvereins Finnentrop lehnt sich entspannt zurück und grinst: „Das ist ein Sechser im Lotto, so muss man das sehen!“
Mit „das“ meint er den Bewilligungsbescheid, den Bürgermeister Dietmar Heß am Abend zuvor höchst persönlich in Düsseldorf abgeholt hat und den er am Ende der eigens einberufenen Pressekonferenz an Sebastian Hatzfeld, den ersten Vorsitzenden der Schützen, übergibt.

Normalerweise sind Bewilligungsbescheide in einer Tageszeitung bestenfalls eine Randnotiz. Dieser hier hat aber eine andere Größenordnung.

Für 2,5 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer soll die Festhalle saniert werden. 90 Prozent der Kosten bekommt der Verein, wie er jetzt verbrieft und versiegelt belegen kann, vom Land bezuschusst! Zwar erwartet das Land auch Eigenleistung und oder Sponsoring (300.000 Euro), aber das sehen weder Atteln noch Hatzfeld als unüberwindbare Hürde.

Die 2,23 Millionen Euro für die Bürgerschützen kommen aus einem Topf, den die Landesregierung in diesem Sommer aufgelegt hat und der mit „Heimat - Zeugnis“ überschrieben ist. Insgesamt ist er mit 18 Millionen Euro versehen, Finnentrop hatte quasi das erste Zugriffsrecht. Wie das?

Den Hinweis erhielt Dietmar Heß seinerzeit kurz vor dem Mittagessen: „Ich war gerade zu Hause, als mich Ministerin Scharrenbach am Handy anrief.“ Ministerin und Bürgermeister besprachen, wie der ursprünglich anders formulierte Förderantrag umgestrickt werden müsste, damit er in den „Heimat - Zeugnis“-Topf passte. Danach ging alles vergleichsweise schnell.

Dass eine Sanierung der Festhalle nötig ist, bestreitet niemand. Das gute Stück wurde in den 50-er Jahren gebaut, immer mal wieder mit ein paar An- und Umbauten verändert, dadurch aber nicht unbedingt hübscher. Da die Festhalle bekanntlich auch Heimat für die Kulturgemeinde ist und die sich bemüht, ein anspruchsvolles Programm auf die Beine zu stellen, kennen mittlerweile auch bekannte Schauspielgrößen aus ganz Deutschland Finnentrops (ziemlich) gute Stube. Ziemlich gut, weil man den Wunsch von Schauspieler, nach der Aufführung zu duschen, bislang immer höflich ablehnen musste. Das soll sich ändern.

„Wir werden der Halle ihr altes Gesicht wiedergeben“, sagte Architekt Daniel Burghaus mit Verweis auf das geplante Glasfoyer. Ein großer Schritt nach vorne wird auch die Teilbarkeit sein. Dietmar Heß: Die Halle ist oft zu groß. „Wenn 300 Leute im PZ sitzen, ist es voll, wenn 300 Leute bei uns in der Halle sitzen, wirkt es immer halb leer.“ Die Umbauzeit wird nach Schätzung des Architekten etwa ein Jahr betragen.

​Westfalenpost vom 9.11.2018